Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Praxistage auf dem „Bioland“-Gemüsebetrieb Tönneßen
Spannende Einblicke in die Arbeit eines ökologisch wirtschaftenden Gemüsebaubetriebes erhielten unsere Schüler*innen im Rahmen eines mehrtägigen Projektes. An vier Vormittagen konnten sie hautnah erleben, wie viel Wissen, Sorgfalt und Handarbeit in der Produktion von Bio-Gemüse steckt.
Am Anfang standen die Grundlagen des Bioanbaus im Mittelpunkt und wurden im Rahmen einer Hofführung erläutert. Dann konnten die Jugendlichen selbst aktiv werden und säten Kürbisse aus, pflanzten Auberginen, Paprika und Tomaten. Im Laufe der vier Projekttage lernten sie die Bedeutung von Mulch für ein aktives Bodenleben, einen ausgewogenen Wasserhaushalt und eine gute Nährstoffversorgung der Gemüsepflanzen kennen.
Bei der Vorbereitung eine Pflanzbeets kamen die Schüler*innen in direkten Kontakt mit dem fruchtbaren Lössboden, den es in Bornheim gibt und der eine wichtige Grundlage für den hiesigen Gemüseanbau spielt.
Darüber hinaus entdecken sie, wie Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen in Gewächshäusern helfen, Pflanzen gesund zu halten – ganz ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel.
Neben dem Erlernen von gärtnerischen Fertigkeiten erhielten die Teilnehmenden auch Einblicke in die Lagerung und Weiterverarbeitung von Gemüse. So wurde der Weg vom Anbau bis zum fertigen Lebensmittel nachvollziehbar und greifbar. Ein Highlight war die gemeinsame Verkostung frisch geernteter Produkte, wie Gemüse oder auch Kirschen direkt vom Baum. Ein kleiner Wettbewerb im Kirschkern-Weitspucken ergab sich spontan.
Die Praxistage dienten in besonderer Weise auch der Berufsorientierung in den Bereichen Gartenbau, Landwirtschaft und Hauswirtschaft.
Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stärkten die Praxistage das Verständnis für regionale Lebensmittelproduktion und förderten die Wertschätzung von Lebensmitteln. Viele Schülerinnen und Schüler berichteten im Anschluss, dass ihnen zuvor nicht bewusst war, wie viel Arbeit und Fachwissen in der Erzeugung von biologisch angebauten Gemüse steckt. Besonders die praktischen Tätigkeiten haben sie als motivierend und bereichernd erlebt.
Die im Projekt gesammelten Erfahrungen wurden anschließend im Unterricht aufgegriffen, reflektiert und vertieft, sodass nachhaltige Lernerfahrungen entstehen konnten, die über den Projektrahmen hinauswirken.
Das Projekt wurde durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert und über den Verein Stadt und Land e.V. NRW angeboten und koordiniert.